Neue Beiträge
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Der Schatten des Bucephalus.
Eine Topologie der Wirkung des Realen und seiner Beziehung zur Jouissance und dem Wiederholungszwang
Jesko Vincent Schulz
Y – Z Atop Denk 2025, 5(12), 1.
Abstract: Ein Pferd, das sich vor seinem Schatten fürchtet, wird zum bekanntesten Pferd der europäischen Antike. Auf seinem Rücken reitet Alexander der Große nach Phrygien, wo er den gordischen Knoten zerschlägt und dann der Prophezeiung folgend den Großteil der damals bekannten Welt erobert (Arrian 1976). In einer psychoanalytischen Lesart, erscheint die Geste Alexanders des Großen, das Pferd zunächst zu beobachten und es dann in die Sonne zu drehen, als Deutung, die die Reise des Pferdes erst ermöglicht. Diese Geste enthält eine tiefe Weisheit und implizites Wissen über die Wirkung des Realen auf das Subjekt und seine Beziehung zur Jouissance, die sich in den iterativen Versuchen, den Schatten abzuschütteln, zeigt. So kann nachvollzogen werden, dass das Et cetera, verursacht durch das Reale – jene endlose Wiederholung des Scheiterns –, mithilfe einer Umpositionierung unterbrochen werden kann.
Keywords: Lacan, Psychoanalyse, Reales, Jouissance, Wiederholungszwang, Topologie, Phantasma, Subjektposition, Ethik der Psychoanalyse, Iteration
Veröffentlicht: 30.12.2025
Über die Herrensignifkanten des Kanzlers:
Stadtbild, Sturm und Drecksarbeit
Lutz Goetzmann
Y – Z Atop Denk 2025, 5(12), 2.
Abstract: Der gegenwärtige Kanzler, Friedrich Merz hatte verschiedentlich Begriffe verwendet, die als Herrensignifikanten eines bestimmten Diskurses betrachtet werden können („Stadtbild, Sturm und Drecksarbeit“). Ich setzte diese Signifikanten jeweils in einen weiteren Kontext, so den Signifikanten der „Drecksarbeit“ in den Kontext der Judenvernichtung, das Stadtbild in einen Zusammenhang, wie Hitler die Entstehung seines persönlichen Antisemitismus begründete, und den „Sturm auf rote Rathäuser“, den Merz 2004 ausrief, in einen Bezug auf eine nationalsozialistische Rede seines Großvaters, den der heutige Kanzler zu bewundern scheint. Es wird dann dargelegt, inwiefern diese drei Begriffe als „Herrensignifikanten“ verstanden werden können, die einen persönlichen wie gesellschaftlichen Diskurs strukturieren, und mit Lacan ein Bezug zu Objekt a auf der analen Ebene des Ausscheidens hergestellt. Ich vertrete dann die Ansicht, dass diese Herrensignifikanten „die geglückte Paranoia des heutigen Techno-Kapitalismus“ (Fabio Vighi) stützen.
Keywords: Herrensignifikant, Kanzler, Migration, Babij Jar, Techno-Kapitalismus, Objekt a
Veröffentlicht: 30.12.2025
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