Neue Beiträge
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Das Subjekt im Exil:
Eine psychoanalytische Analyse kollektiver Subjektivität iranischer Migrant:innen
Ali Asghar Firoozi und Lutz Goetzmann
Y – Z Atop Denk 2026, 6(3), 1.
Abstract: Dieser Artikel analysiert das Subjekt im Exil als Form kollektiver Subjektivität aus psychoanalytischer Perspektive im Kontext der iranischen Migration. Theoretisch verortet zwischen der lacanschen Theorie des symbolischen Feldes und der Ideologiekritik Žižeks wird argumentiert, dass geografische Distanz nicht mit der Auflösung symbolischer Bindungen an Herkunft und Gemeinschaft gleichzusetzen ist. Politische Praxis erscheint dabei nicht ausschließlich als physisches Handeln, sondern als symbolische und diskursive Artikulation in Sprache, Narrativen, kollektivem Gedächtnis und transnationalen Netzwerken. Ergänzend werden Konzepte von Salman Akhtar, Adam Phillips und Thomas Ogden herangezogen, um Migration als psychischen Prozess zwischen Verlust, Spaltung und der Aushandlung neuer Möglichkeitsräume zu verstehen. Exil wird somit nicht als Bruch, sondern als Transformation der Präsenz des Subjekts im symbolischen Feld gefasst.
Keywords: Subjekt im Exil, kollektive Subjektivität, symbolisches Feld, Migration und Identität, Ideologie
Ungarns messianistischer Antiuniversalismus und die Sehnsucht nach einer Neuen Weltordnung.
Ein Interview mit Magdalena Marsovszky über Esoterik als Modernisierungsabwehr
Interviewee: Magdalena Marsovszky
Interviewer:innen: Peer Zickgraf
Y – Z Atop Denk 2026, 6(3), 2.
Abstract: Ungarn hatte sich als Mitglied in der Europäischen Union zwar den demokratischen Werten verpflichtet, aber in den letzten Jahren ist es nach und nach zu einer inzwischen beinahe vollkommenen Entleerung des Demokratiebegriffs im Lande gekommen. Das völkische Kollektiv ist – verfassungsmäßig niedergelegt – vor dem Individuum schützenswert. Die völkisch und transzendental, also vorpolitisch aufgefassten Begriffe von ‚Volk‘ und ‚Nation‘ sowie eine Neue Weltordnung mit dem ideologischen Hintergrund des Eurasismus als metaphysisch höhere Ordnung sind wichtige Elemente der Staatsideologie, die somit als antiindividualistisch, antiuniversalistisch und identitär bezeichnet werden kann. Allgemein zu beobachten ist eine menschenrechtsfeindliche Modernisierungsabwehr und ein konformistischer Autoritarismus. Die Ursachen dafür liegen in der mangelnden kritischen Reflexion doppelter Vergangenheiten, so einerseits in der der nationalsozialistischen und andererseits in der der – nicht weniger nationalistischen und autoritären – realsozialistischen. Dies führt zu einer Schuldumkehr, in der jetzt ‚Brüssel‘ und der ‚progressive Westen‘ als das neue ‚Moskau‘ und als neue Feindbilder wahrgenommen werden. Die völkische Ideologie hat bis heute allgemein eine größere Anziehungskraft als etwa der ‚unbequeme‘ demokratische Widerstreit, sie konnte bis heute nicht hinreichend durch erlernte Demokratie mit dem Grundsatz der Menschenwürde durchbrochen werden.
Keywords: Faschismus, völkische Esoterik, Eurasismus, Neue Weltordnung
Veröffentlicht: 30.03.2026
In Erwartung des nächsten Retters.
Ein Kommentar zum Interview mit Magdalena Marsovszky
Evelina Jecker
Y – Z Atop Denk 2025, 6(3), 3.
Abstract: Der folgende Kommentar bezieht sich auf das in derselben Ausgabe der Zeitschrift Y erschienene, von Peer Zickgraf geführte Interview „Ungarns messianistischer Antiuniversalismus und die Sehnsucht nach einer Neuen Weltordnung. Ein Interview mit Magdalena Marsovszky über Esoterik als Modernisierungsabwehr“ (Y – Z Atop Denk 2026, 6(3), 2).
Keywords: Orban, Ungarn, Ostblock, Faschismus, Bulgarien
Veröffentlicht: 30.03.2026
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